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Gymnasium, Realschule, Aufbaugymnasium, Hort an der Schule
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Kollegsschülerinnen und -schüler im Ausland

Benedikt Schindera (15), England

-Hi, ich bin Benedikt Schindera, 15 Jahre alt, und gehe in die 10. Klasse. Ich wohne mit meinen Eltern und meinem Bruder in Freiburg-Littenweiler. Zurzeit gehe ich auf das St Lawrence College in Ramsgate, England. Ich bin jetzt hier seit dem 3. September 2020 und bis jetzt gefällt es mir sehr gut.
Warum ich genau nach England wollte? Es war einfach die beste Möglichkeit. Es ist gut zu erreichen, ich komme schnell von England nach Deutschland in den Ferien und mir haben auch die Schule und das Schulsystem sehr zugesagt.
Alle sagen immer, dass die erste Zeit in einem Internat besonders hart ist, weil man noch niemanden kennt und man sich erst an die Sprache gewöhnen muss. Aber eigentlich stimmt das nicht, man findet schnell neue Freunde und man kümmert sich immer gut um einen.
-Der Unterricht ist aber ganz anders als in Deutschland. Er geht immer 55 Minuten und die Fächer sind auch ganz anders. Es gibt hier Fächer wie zum Beispiel Business, Design und Technology oder Sportwissenschaft. Die Lehrer legen hier sehr viel Wert auf Mitarbeit und Selbstaneignung von Wissen. Deswegen können wir viel mit dem Handy und dem Computer im Unterricht arbeiten. Die Schule geht immer von 08.45 Uhr bis 16.10 Uhr von Montag bis Samstag, wobei vier Mal je zwei Stunden Sport dabei sind.

In meiner Freizeit spiele ich entweder Hockey oder Tennis. An Donnerstagen und Sonntagen kann ich nach Ramsgate fahren, wo ich meistens bei KFC esse und einkaufen gehe. Ansonsten bleibe ich in der Schule und mache mir meistens Instantnudeln zum Essen.

Im Internat wohne ich im Lodge House zusammen mit einem Chinesen und einem Araber (Terry und Freddy). Es sind zwei wirklich coole Typen, wobei Freddy etwas unordentlich ist. Das Lodge House ist das beste Haus, weil es die beste Lage hat. Bei gutem Wetter kann man über die Kanalküste bis nach Frankreich schauen.
Ich mache hier sehr gute Erfahrungen und natürlich auch Fortschritte in Englisch und im Hockey.
 

Carl Dreher (15), Irland

Hallo ich bin Carl, 15 Jahre alt, und komme aus Freiburg. Normalerweise würde ich dieses Jahr am Kolleg in die Klasse 10a gehen.
Das erste Mal in Kontakt gekommen mit einem Auslandsjahr bin ich relativ früh, da unsere Babysitterin für ein Jahr nach Amerika gegangen ist. Zu Beginn des letzten Schuljahres habe ich mich entschieden auch ein Auslandsjahr zu machen, da ich mein Englisch verbessern wollte. Ich wollte nicht wie die meisten anderen nach Amerika oder Großbritannien gehen und so bin ich auf Irland gekommen.
Es war lange unsicher ob es dieses Jahr überhaupt klappt mit dem Auslandsjahr, aber nachdem der negative Corona-Test am Tag vor der Abreise gekommen ist, ging es am nächsten Morgen um 2 Uhr los. Geflogen bin ich mit ein paar anderen aus meiner Organisation von Frankfurt nach Dublin und von dort mit dem Bus nach Cork. In Cork hat mich dann meine Gastmutter bei strömendem Regen abgeholt und wir sind zu meinem neuen Zuhause, in Crosshaven, gefahren. Dort wurde mir dann das Haus gezeigt und danach habe ich meine Sachen in meinem Zimmer mit Meerblick eingeräumt. Meine Gasteltern sind beide sehr nett und das Eingewöhnen ging sehr schnell. Drei Tage später sind dann meine Gastschwestern aus Italien und Schweden angekommen.
-Die ersten zwei Wochen mussten wir wegen Corona Quarantäne machen. Am Tag vor dem ersten Schultag sind wir dann die Schuluniform kaufen gegangen. Am Anfang war das ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber nach 1-2 Wochen hatte man sich daran gewöhnt. Am ersten Schultag wurden wir in unsere Klassen verteilt.
Da wir seit Beginn des Schuljahres Masken tragen müssen, ist es mir die ersten zwei Wochen ein bisschen schwer gefallen die Lehrer zu verstehen. Die Schule fängt hier erst später an, ist dafür aber ganztägig. Da ich hier im sogenannten "Transition Year“ bin, ist die Schule berufsorientierter, wir haben hier Fächer wie Karriere, Buchhaltung usw. Außerdem können wir uns für verschiedene Module nach unseren Interessen anmelden, wie etwa film making, Architektur, Aktienhandel usw., die dann während der Schulzeit stattfinden.
Am Wochenende treffen sich die meisten aus unserer Klassenstufe im Ortskern. Das geht jetzt leider nicht mehr, weil wir in Irland in einem Lockdown sind (die Schulen bleiben aber offen). Trotz allem gefällt es mir sehr gut und ich genieße jeden Tag in Crosshaven.
 

Maja Drescher (16), Neuseeland

Hallo, ich bin Maja Drescher, 16 Jahre alt, und gehe momentan in die 11. Klasse. Ich wohne mit meinen Eltern, meinen drei kleinen Brüdern und unserem Hund in Freiburg- Littenweiler. Ich war von Januar bis September 2020 in Neuseeland, was eine unvergessliche und wunderschöne Erfahrung für mich war.
Als erstes kommt natürlich die Frage auf: Warum gerade Neuseeland? Die meisten Jugendlichen, die ein Auslandsjahr machen, gehen in die USA oder nach England - doch ich wollte gerne etwas Neues ausprobieren. Dabei gefiel mir Neuseeland einfach am besten: Die wunderschöne Natur und die sehr offenen Menschen in diesem multikulturellen Land überzeugten mich einfach. Anfangs wollte ich nur für circa sechs Monate bleiben, jedoch verlängerte ich meinen Aufenthalt kurzfristig um einen weiteren Term.
-Als ich Ende Januar nach einer 32-stu?ndigen Reise in Tauranga, was auf der Nordinsel direkt am Meer liegt, ankam, war gerade Hochsommer mit Temperaturen von ungefähr 35 Grad. Nach einer Woche Eingewöhnung - mit viel Zeit am Strand ;-) - fing dann auch die Schule für mich an. Ich besuchte das Tauranga Girls? College, eine Mädchenschule mit ca. 1.400 Schülerinnen.

Da das Schuljahr in Neuseeland nicht im September, sondern Anfang Februar beginnt und alle Gruppen bzw. Klassen neu zusammengesetzt wurden, fiel es mir sehr leicht, mich in meiner neuen Klasse zurechtzufinden. Meine Klassenkameradinnen waren alle total nett und offen mir gegenüber, weshalb ich schnell Freundinnen fand.

In Neuseeland wird in allen Schulen eine Uniform getragen, was ich sehr mochte; an meiner Schule mussten wir einen blau karierten Faltenrock, eine weiße Bluse und einen blauen Pullover tragen, dazu im Sommer Sandalen und im Winter schwarze Halbschuhe. Was mich zuerst sehr erstaunte, war, dass es an der Schule verboten war, sich zu schminken, seine Nägel zu lackieren oder Schmuck zu tragen. Da haben wir in Deutschland doch viel mehr Freiheiten. ;-)
-Jeder Schüler muss drei Pflichtfächer absolvieren und darf dazu noch Fächer frei wählen. Ich entschied mich für English, Maths, Science (Naturwissenschaften), Drama (Theater), PE (Sport) und Aquatics (Wassersport). In Aquatics waren wir immer schwimmen, da meine Schule einen riesigen Außenpool hatte. Außerdem machten wir einen Kajakkurs. Eigentlich hätte noch ein Tauchkurs auf dem Programm gestanden, der wurde aber coronabedingt leider abgesagt.
Der Stundenplan war jeden Tag gleich. Die Schule begann um 8.40 Uhr. Dann hatte ich zwei Fächer für jeweils 50 Minuten. Um 10.20 Uhr hatten wir entweder eine Schul-, Stufen- oder Klassenversammlung. Die erste Pause ging von 11 Uhr bis 11.30 Uhr. Dann hatte ich wieder zwei Fächer, die jeweils eine Stunde dauerten, und um 13.30 Uhr begann die Lunch Break. Um 14.20 Uhr begann meine letzte Stunde und um 15.20 Uhr hatte ich schließlich Schule aus. Nach der Schule ging ich meistens entweder schwimmen oder in ein Fitnessstudio, das neben der Schule war, oder ich verbrachte die Nachmittage mit meinen Freunden. Am Wochenende ging ich meistens an den Strand, shoppen, oder wanderte mit Freunden auf den Mount Maunganui.
-Auch mit meiner Gastfamilie verbrachte ich sehr viel Zeit. Sie bestand aus meinen Gasteltern, meiner Gastschwester, die gerade 18 geworden war, und zwei Katzen. Wir wohnten in einem Haus am Wasser, was ich sehr genossen habe. Da meine Gastschwester selber eine Schwimmerin ist, konnte ich sogar manchmal mit ihr trainieren. Meine Gastfamilie versuchte immer, mir möglichst viel von Neuseeland zu zeigen und mich überall hin mitzunehmen. Ich war bei sehr vielen Freunden meiner Gasteltern, bei einer Hochzeit und konnte auch am Strand bei den Rettungsschwimmern dabei sein, da mein Gastvater und meine Gastschwester beide in dem Rettungsschwimmerverein Mitglied waren.

Als ich zwei Monate in Neuseeland war und mich schon sehr gut eingelebt hatte, kam Corona auch nach Neuseeland, jedoch gab es insgesamt nicht einmal 2000 Fälle. Die Schulen wurden sofort geschlossen und das Land ging in einen relativ strengen Lockdown. Die meisten meiner deutschen Freunde brachen ihren Aufenthalt in Neuseeland kurzfristig ab und reisten zurück nach Deutschland. Doch ich entschied mich - gemeinsam mit meinen Eltern - zu bleiben, was ich im Nachhinein nicht bereute. Da man auch im Präsenzunterricht an der Schule das meiste auf dem Laptop bearbeitete, war der Onlineunterricht, der täglich von 9.40 Uhr bis 15.20 Uhr stattfand, überhaupt kein Problem. Ich konnte diesen Lockdown sehr gut nutzen, indem ich sehr viele Brettspiele mit meiner Gastschwester spielte, kochte und backte. Nach sieben Wochen zuhause konnte ich endlich wieder in die Schule gehen - ohne Maske und ohne irgendwelche Einschränkungen. Die folgenden Wochen waren so toll, dass ich mich sogar entschied, meinen Aufenthalt noch zu verlängern. Bis zum letzten Tag habe ich die Zeit mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden intensiv genutzt. Wir haben viel unternommen, ich bereiste zwei Wochen lang die Südinsel und habe jeden Tag genossen. Während dieser verrückten Corona-Zeit hätte es mir wahrscheinlich in keinem Land der Welt besser ergehen können. Ich bin unglaublich froh, dass ich diese unvergessliche Zeit in Neuseeland erleben durfte!
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